Für das Gesicht als primäre Kommunikationsebene sind Quantität und Qualität der Haare in der Wahrnehmungswirkung ein dominierender Faktor. Daraus lässt sich ableiten, dass der Wunsch sich operativ verschönern zu lassen, von einem durchaus normalen Selbstbewusstsein herrührt, dem eigenen z.T. verlorengegangenen Ideal zu entsprechen. Deshalb ist eine Haartransplantation oft der einzige Weg, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen.
Die moderne Haarchirurgie verdankt trotz unterschiedlicher Implantationsverfahren (Slittechnik, Hohlbohrer, Laser) ihren eigentlichen Fortschritt der Präparation von Kleinsttransplantaten. Micrografts ( 1-2 Haare) für die Übergangszonen und Minigrafts (3-5 Haare) für die übrigen Transplantationsareale ermöglichen eine ästhetische Gestaltung der Empfängerzone mit fließenden Übergängen. Dies entspricht dem neuen Begriff der follicular unit. Follicular unit heisst, dass vorhandene Haargruppen transplantiert werden. Sie varieieren nach Individuum und Alter der betreffenden Person
An dem behaarten Hinterkopfbereich wird ein ellipsenförmiger Hautstreifen entnommen. Seine Größe entspricht in etwa dem Bedarf an Transplantaten für die Empfängerfläche. Der sorgfältige Verschluss der Entnahmestelle ist später kaum zu erkennen. Das Areal (kahle Stelle), das zur Verpflanzung ansteht, wird durch Setzen kleinster Inzisionen für die Transplantation vorbereitet. Durch vorheriges Infiltrieren des Gewebes mit Kochsalzlösung, Lokalanästhetikum und Adrenalin wird die Blutungsneigung während der Operation minimiert. Danach werden die Mini- und Micrografts mit einer feinen Pinzette in die Empfängeröffnungen implantiert, dass sie bündig im Haarniveau plaziert sind.
Vor der Operation wird die spezielle Haarsituation des Patienten, sowie die Qualität des Spenderbereiches beurteilt. Dabei müssen krankhafte Glatzenbildungen vor einer Operation ausgeschlossen werden (z.B. Alopezia areata ). Um einer übertriebenen Erwartungshaltung vorzubeugen muss noch einmal betont werden, dass es sich bei der Haarverpflanzung nicht um eine Haarvermehrung, sondern um eine Umverteilung aus einem dominierenden Spenderareal auf eine kahle oder ausgedünnte Empfängerstelle handelt. Um eine Optimierung zu erreichen kann in einer 2. oder 3. Sitzung der transplantierte Bereich nochmals verdichtet werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Eingriffen sollte mindestens 6 Monate betragen.
Bei sachgerechter Durchführung gilt der Eingriff als fast risikolos. Vor allem gewährleistet das hohe Abwehrpotential der Kopfhaut gegenüber Keimen eine sichere Wundheilung. Die Nebenwirkungen sind kalkulierbar. Kopfschmerzen und Schwellung können durch geeignete intra- und postoperative Maßnahmen reduziert werden.
Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Die örtliche Betäubung garantiert vollkommene Schmerzfreiheit während der Operation. Die Klinik kann unmittelbar nach dem Eingriff verlassen werden.